03. Mai 2010
Um den Ausgleich gebettelt – nur eine Minute hat gefehlt
Alemannia Wilferdingen – FC Flehingen 2:2 (0:1)
Landesliga Mittelbaden – 29. Spieltag – Sonntag, 2. Mai 2010
Es wurde das erwartet schwere und intensive Spiel gegen die mit der stärksten Abwehr der Liga angereisten Flehinger, zumal erneut auf zahlreiche Stammkräfte verzichtet werden musste. Ein Kompliment an unsere Mannschaft, die sich nicht entmutigen ließ und mit einem sehr guten Martin Hausch im Tor das Spiel zwischenzeitlich drehte. Christian Eiffler im Mittelfeld wird ebenfalls immer stärker und krönte seine Leistung mit einem Tor und in der Abwehr machte Felix Höckh eine starke Partie.
DIE TORFOLGE:
0:1 [38.] Absehbar, aber trotzdem zu vermeiden. Beim stramm getretenen Eckball von Trainersohn Patrick Ackermann wurde außer der fehlenden Körpergröße bei zu früh hochsteigenden Abwehrspielern auch das richtige Timing vermisst. Michael Ferentschik „durfte“ zwischen ihnen aus sechs Metern „abstauben“.
1:1 [48.] Ein weiter Abstoß vom Gästetor; Philipp Ocker köpft den Ball über die aufgerückte Gästeabwehr in die Flehinger Hälfte. Dort schaltet Adriano Garro am schnellsten und „zündet“ seinen Turbo. Im Laufduell hat Evangelos Petrou keine Chance und am herauslaufenden Torwart Michael Rau vorbei schießt Adri flach ins rechte Toreck.
2:1 [66.] Beim von Marcel Worgt ausgehenden schönen Spielzug steckt Philipp Sinn die Kugel für Christian Eiffler in die Gasse und der trifft aus zehn Metern genau in die Lücke zwischen dem herausstürzenden Torwart und den rechten Torpfosten.
2:2 [89.] Dogancay hatte keine Mühe den Rückpass aus 6 Metern einzuschieben.
BESONDERES VORKOMMNIS: Christian Steinmetz musste nach seinem zweiten Handspiel zugucken; Gelb/Rote Karte (75.).
Es war gewarnt worden: Den Flehingern genügt zumeist ein Treffer, um zu Punkten zu kommen! Und dementsprechend schien unsere Mannschaft auch etwas gehemmt und fand nicht recht ins Spiel. Die Gäste machten von Beginn an viel Druck, drückten ihr Spiel über die Außen durch und zogen gefährliche scharfe Flanken an unseren Fünfmeterraum und waren besonders bei Standardsituationen bockstark. Da blieb nichts anderes übrig, als auf schnelle Konter zu setzen, die zwar einige Halbchancen brachten, aber so nach und nach ihre Gefährlichkeit verloren, weil sich die Gästeabwehr zunehmend darauf einstellte. Da zumeist zögerlich in den Angriff gerückt wurde, fehlten im vorderen Mittelfeld die Anspielstationen und so musste auf Steilpässe zurückgegriffen werden; aber die wurden viel zu oft eine Beute der Flehinger Abwehr.
Was auffiel: Wenn es eng wurde, „putzten“ die Flehinger rigoros „die Platte“, klopften den Ball aus der Gefahrenzone und hatten dabei zumeist das Glück, dass der Ball zu einem Mitspieler kam. Der Führungstreffer der Gäste nach einem Eckball fiel fast erwartet; da stand unsere Abwehr nicht gut sortiert wie auch bei weiteren gefährlichen Flanken und Standards... da musste bis zur Pause einige Male sehr gebangt werden. Martin Hausch fischte einen satten Schuss von Ackermann aus dem Winkel und entschärfte auch im zweiten Durchgang einen gefährlichen Kopfball... eine feine Leistung!
Was würde die zweite Halbzeit bringen? Wer weitere Dominanz der Gäste erwartet hatte, sah sich drei Minuten später angenehm überrascht. Adriano Garro sorgte nach dem gewonnenen Laufduell für eine breite Brust bei der Mannschaft. Jetzt sah man plötzlich ein anderes Spiel, unsere Spieler kamen besser in die Zweikämpfte und trumpften auch spielerisch auf. Zwar konterten die Flehinger gefährlich, aber jetzt war man drauf und dran, den dritten Treffer draufzupacken.
Bis die Partie erneut kippte: Christian Steinmetz war mit Gelb/Rot nach seinem zweiten Handspiel vom Platz geschickt worden (75.). Die Gäste bekamen Übergewicht, ohne aber gegen massiert ihren Vorsprung verteidigende Alemannen sonderlich gefährlich zu sein. Und doch schaffte man es wiederum nicht, einen Dreierpack einzusacken. Der Ausgleich eine Minute vor Spielende durch Dogancay war aber so überflüssig wie ein Kropf, weil unsere Mannschaft in doppelter Überzahl zu weit weg von den Gegenspielern war und den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone brachte.
Wolfgang Farr
AUFSTELLUNG ALEMANNIA WILFERDINGEN
Martin Hausch – Felix Höckh, Mathias Aufschläger, Philipp Ocker, Johannes Schäfer – Marcel Worgt Luigi Tromba [86. Eduard Hohn], Christian Eiffler, Christian Steinmetz – Adriano Garro [90. Jens Bauer], Philipp Sinn [83. Nico Polovski],
AUFSTELLUNG FC FLEHINGEN
Michael Rau – Roman Kapser, Michael Ferentschik, Evangelos Petrou, Alexander Göhring, Volker Braun, Marcel Patscheider [64. André Mössner], Thomas Rapp, Orhan Dogancay, Patrick Ackermann, Sascha Burghardt [77. Jochen Kamm]
SCHIEDSRICHTER
Pascal Rohwedder hatte zwischendurch eine unnötig eng ausgelegte „Gelbphase“, war aber mit seinen Assistenten Alfons Lutz und Boris Dugandzoc ein sicherer Leiter.
Zitat:
Christian Steinmetz nach seinem Platzverweis:
„...ich weiß nicht, wo ich meine Hände lassen soll. Okay, beim zweiten Mal bin ich mit ausgestrecktem Arm hochgesprungen, aber bei der ersten Gelben habe ich den Arm angelegt gehabt!“



