09. Mai 2010
Von den Gastgebern den Schneid abkaufen lassen
FC Spöck – Alemannia Wilferdingen 5:3 (2:1)
Landesliga Mittelbaden – 30. Spieltag – Sonntag, 9. Mai 2010
...und dabei hat es prima begonnen! Starker Beginn unserer Mannschaft, die das Spiel zunächst dominierte. Die Abwehr stand gut, das Mittelfeld hatte das Spiel im Griff und vorne machten die Spitzen viel Betrieb. Weil nach dem Führungstreffer nicht energisch nachgehakt und eher verwaltet wurde, kam der Gegner gegen Mitte des ersten Durchgangs auf und der fand zu stark körperbetontem Spiel, was unserer Mannschaft überhaupt nicht behagte. Plötzlich kamen die Pässe nicht mehr an, es war keine Struktur mehr erkennbar. Und dazu vermisste man zwischenzeitlich bei unserer Mannschaft das kompromisslose „Dagegenhalten“, das die Gastgeber bedingungslos zelebrierten! Torwart Martin Hausch war ein sicherer Rückhalt und meisterte einige „knifflige“ Bälle souverän.
DIE TORFOLGE:
1:0 [6.] Gutes Zusammenspiel im Mittelfeld; Christian Eiffler legt fein für Adriano Garro in die Gasse und der schießt aus vollem Lauf aus 14 Metern in den rechten Torwinkel.
1:1 [26.] Nach einer Kopfballkerze kommt Twum-Danso am Fünfmetereck nochmals an den Ball und zieht ihn hoch ins lange Eck. Philipp Ocker hatte keine Chance gehabt, einzugreifen, weil er von dem bulligen Christ mit ausgestreckten Armen „weggesperrt“ worden war.
2:1 [34.] Beim Eckball wird Matthias Aufschläger wieder von Christ heruntergezogen und nur dadurch kann Twum-Danso an den Ball kommen und aus sieben Metern vollstrecken.
3:1 [49.] Georg Bolotaschwili hängt an unserer linken Abwehrseite einen unserer Abwehrspieler im Sprintduell ab, zieht dann Ball flach vors Tor, wo Patrik Christ ins lange Eck verlängert.
4:1 [65.] Was war denn das? Verunglückter Rückpass; Alexander Mohr spritzt dazwischen und kann an Torwart Martin Hausch vorbei ins lange Eck einschießen.
4:2 [80.] Christian Steinmetz setzt sich im Zweikampf durch und ballert aus 20 Metern aus vollem Lauf in den Torwinkel.
4:3 [88.] Der Schuss von Patrick Poslovski prallt an der Deckung ab, kommt aber zu Christian Eiffler und dessen Dropkick fliegt von der Strafraumgrenze ins linke obere Eck.
5:3 [90.+2] Die Gastgeber befreien sich mit einem Konter und Steffen Kerb trifft glücklich zum entscheidenden fünften Treffer.
BESONDERES VORKOMMNISSE:
Der zur Pause eingewechselte Simon Hartmann sah nach Trikotziehen (48.) und nach vermeintlicher „Schwalbe“ im Strafraum die Ampelkarte (56.). – Ebenfalls Gelb/Rot für Julian Walch, de am Mittelkreis zwar den Ball gespielt hatte, aber trotzdem mit Gelb/Rot „beschenkt“ wurde (90.).
Anmerkung: Der zweifache Torschütze des FC Spöck, Michael-Christian Twum-Dans,o durfte mehrfach am und im Strafraum Freistoß- und Elfmeterpfiffe provozieren – der sowieso schon körperlich bevorteilte Patrik Christ setzte im gesamten Spiel seine Arme in den Zweikämpfen ein... Konsequenzen: Keine! Wo blieb da die Gleichbehandlung durch den Unparteiischen?
Es lief eigentlich alles nach Wunsch; der FCA kam gut ins Spiel und setzte spielerische Akzente. Ab Mitte des ersten Durchgangs wendete sich aber das Blatt; jetzt setzten die Gastgeber ihre körperlichen Vorteile ein und gingen bedingungslos „drauf. Dadurch bekamen die Spöcker Oberwasser und belagerten den Alemannen-Strafraum unaufhörlich.
Die beiden Treffer der Gastgeber waren deshalb verdient, aber hochgradig ärgerlich, weil bei beiden Toren klar ersichtliche Foulspiele jeweils des mit den Armen arbeitenden bulligen Christ vorausgegangen waren. Der jeweils gut stehende Schiri übersah diese Situationen und entschied auch in der Schlüsselszene kurz nach der Pause auf Abstoß anstatt auf – klar zu erkennenden – Eckball. Warum der SR sich in dieser Szene auf seinen weit entfernten Linesman verließ, blieb ein Rätsel – die Körpersprache der beiden beteiligten Spieler war nämlich eindeutig: Der Wilferdinger ging mit dem Ball zur Eckfahne, der Spöcker machte sich auf den Weg ins Tor... noch Fragen?
Ein Teil unserer Spieler waren noch mit dem Schiri beschäftigt, die Abwehr aufgerückt und gegen den schnell ausgeführten Abstoß offen. Die Folge: Der schnelle Konter brachte Treffer Nummer drei. Wenig später stellte sich der SR wieder in den Focus, als er dem zur Pause eingewechselten Simon Hartmann nach vermeintlicher „Schwalbe“ im Strafraum (Körperberührung war auf jeden Fall vorhanden) mit der Ampelkarte vom Platz beförderte (56.).
Nach dem unglücklichen 1:4 schien die Messe gelesen, zumal noch einige knifflige Situationen zu überstehen waren („Matze“ Aufschläger rettete vor der Linie), doch in Unterzahl übernahm der FCA das Kommando. Zunächst köpfte Philipp Ocker aussichtsreich einen Freistoß knapp daneben, dann läutete Christian Steinmetz mit seinem Treffer eine turbulente Schlussphase ein. Die massiert in der Deckung stehenden und mit allen Mitteln verteidigenden Gastgeber kamen auf dem Zahnfleisch daher und nach dem Anschlusstreffer von Christian Eiffler durfte man eigentlich noch auf den Ausgleich hoffen. Dies wurde aber durch den Konter in der Nachspielzeit zunichte gemacht.
Wolfgang Farr
AUFSTELLUNG ALEMANNIA WILFERDINGEN
Martin Hausch – Julian Walch, Mathias Aufschläger, Philipp Ocker, Johannes Schäfer – Marcel Worgt [84. Patrick Poslovski], Luigi Tromba [46. Simon Hartmann], Christian Eiffler, Christian Steinmetz – Adriano Garro, Philipp Sinn
AUFSTELLUNG FC SPÖCK
Volker Hartmann – Tobias Geiß [25. Dennis Waidmann], Steffen Kerb, Marcel Kleinert, Nicolas Christian Matz, Mike Weindel, Patrik Christ, Alexander Mohr, Michael-Christian Twum-Danso [76. Alen Tomic], Georg Bolotaschwili, Moritz Leppert [75. Sascha Maurer]
SCHIEDSRICHTER
Albert Van Waveren ließ sich zunehmend von der lautstarken Spöcker Kulisse beeindrucken; Assistenten Stefan Faller und Thomas Nitsch.
Zitat:
Albert Dennig, FCA-Förderer und Ehrenmitglied
„Mir henn doch so gut o’gfange... und dann henn sie sich von denen große Kerle d‘ Schneid abkaufe lasse... do muß mer halt a emole nolange!“



