16. Mai 2010
Aufbäumen gegen die Niederlage lange vermisst
Spvgg Durlach-Aue – Alemannia Wilferdingen 3:1 (2:0)
Landesliga Mittelbaden – 32. Spieltag – Sonntag, 16. Mai 2010
Im Stadion von Durlach-Aue erlebten die Alemannia-Anhänger eine herbe Enttäuschung. Wer geglaubt hatte, die Mannschaft würde von Beginn an „drauf gehen“ und nach dem letzten Strohhalm greifen, der sah sich bitter enttäuscht. Kein Biss, kein kämpferisches Zweikampfverhalten; war das schon ein Freundschaftsspiel? Der FCA fand im ersten Durchgang überhaupt nicht ins Spiel, Pässe selbst über wenige Meter kamen nicht an und es wurde kaum ein Zweikampf gewonnen; man ließ die Gastgeber einfach gewähren. Man hatte das Gefühl, als würde die Mannschaft „nur auf drei Zylindern laufen“. Was war da los? Erst zehn Minuten vor der Pause wurde es langsam besser, aber eine ernsthafte Bedrohung des Auer Tores war im ersten Durchgang äußerst selten zu registrieren.
DIE TORFOLGE:
1:0 [9.] Was war denn das für ein Abwehrverhalten? Selbst im Strafraum war man viel zu weit weg von den Gegenspielern. Glück zunächst, weil der Auer Butz am Elfmeterpunkt den Ball nicht richtig trifft; sein Kullerball kommt aber zum frei stehenden Patrick Firnkes und der bedankt sich aus fünf Metern mit einem Schuss ins linke Toreck.
2:0 [20.] Schaulaufen des agilen Benjamin Dauenhauer durch gleich vier Abwehr-„Slalomstangen“ hindurch. Keine Gefahr? Doch weil sich niemand zum energischen Eingreifen entschließt, zieht der Auer Stürmer kurz entschlossen ab. Sein platzierter Schrägschuss aus gut 20 Metern in halbrechter Position landet flach genau in der langen Ecke.
2:1 [55.] Kurios: Den Steilpass von Marcel Worgt köpft Adriano Garro zunächst über seinen Gegenspieler; der verliert in der Drehung die Orientierung und stochert den Ball vor dem nachsetzenden Adri an seinem herausstürzenden Torwart vorbei ins Netz.
3:1 [69.] Da hat sich Felix Höckh wohl verspekuliert: Vor dem schussbereiten Butz wollte er den Ball blocken, doch der Auer macht noch einen Schritt und lässt sich über das ausgestreckte Bein fallen: Elfmeter! Und den verwandelt Dauerhauer bombensicher in den rechten Torwinkel.
Die Auer kamen von Beginn an fast zwangsläufig zu Chancen, weil sie oft nur ungenügend angegriffen oder gestört wurden. Ein Glück, dass Martin Hausch, der an den drei Gegentreffern nichts machen konnte, wieder eine gute Partie bot und weiteren Flurschaden verhinderte. Schon früh zischte ein Schuss von Butz über den Querbalken; der Führungstreffeer der Gastgaber kam trotz aller Überlegenheit aber äußerst glücklich zustande. Treffer Nummer zwei durch Dauenhauer war zwar sehenswert; aber da hätte schon ein wenig Stören oder ein energisches Eingreifen genügt und es wäre überhaupt nichts passiert! Stattdessen schauten gleich vier Wilferdinger Abwehrspieler wie hypnotisiert zu und ließen den Stürmer gewähren.
Danach verwalteten die Gastgeber das Ergebnis; erst so nach und nach kam der FCA „in die Gänge“, die meisten Angriffe verpufften aber schon in der Entstehung. Viel zu leicht ließ man sich abdrängen oder bei Dribblings den Ball abluchsen. Ein Seitfallzieher von Garro war die einzige gefährliche Aktion im ersten Durchgang. Das war zu wenig!
In Durchgang zwei wurde es nach Einwechslungen zwar etwas besser, und als Leucian zusammen mit seinem Torwart und mit Druck von Garro ein Eigentor fabrizierte (55.), durfte man trotz allem auf ein Erfolgserlebnis hoffen. Geht da noch was? Danach bäumte sich unsere Mannschaft auf, und konnte die Auer Hintermannschaft einige Male unter Druck setzen. Und da zeigte sich, dass auch die zuvor so souverän scheinende Abwehr der Gastgeber Schwächen hatte. Unsere Stürmer hatten aber bei einigen Aktionen kein Schussglück... oder der letzte Pass kam nicht an... oder es wurde noch ein Haken geschlagen... oder es wurde nicht schnell genug nachgerückt, auch weil man wohl dem Mitspieler auf dem Flügel das Zuspiel vors Tor nicht mehr zutraute. Entschieden war die Partie, als der Schiri nach einer Aktion von Höckh Elfmeter pfiff, den Dauenhauer souverän verwandelte.
Wolfgang Farr
AUFSTELLUNG ALEMANNIA WILFERDINGEN
Martin Hausch – Felix Höckh, Mathias Aufschläger, Philipp Ocker, Johannes Schäfer [46. Patrick Poslovski] – Marcel Worgt, Simon Hartmann [46. Renato Bestvina], Christian Eiffler [65. Luigi Tromba], Christian Steinmetz – Adriano Garro, Philipp Sinn
AUFSTELLUNG SPVGG DURLACH-AUE
Sascha Pfirrmann – Kristian Cindric, Manuel Bender, Adrian Leucian, Adrian Pelka, Thomas Kies, Christian Schwarz [85. Pascal Kauffeld], Patrick Firnkes [60. Kai Kunzmann], Christian Butz, Marc Kraut [82. Michael Stoltz], Benjamin Dauenhauer
SCHIEDSRICHTER
Timo Noe (Buchen) mit Akseven Suleyman und Uwe Schell an der Linie agierten souverän.
Zitat:
Berthold Müller; Chef der FCA-Gebäudeverwaltung
„Also in de erschte Halbzeit hat’s jo net gut ausg’seh... do hat grad moine kenne, dass mer heit üwerhabt net gwenne welle!? “



