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Tor-Lawine nach der Pause - Adri Garro vierfacher Torschütze

Alemannia Wilferdingen – Spvgg Oberhausen 6:4 (3:0)

Landesliga Mittelbaden – 33. Spieltag – Pfingstsamstag, 22. Mai 2010

Zum Seitenwechsel schien eigentlich alles klar: der FCA führte 3:0... was sollte da eigentlich noch passieren? Dem kritischen Fan war aber nicht entgangen, dass dieses Ergebnis zu hoch ausgefallen war. Denn nach der frühen Führung kamen die mit den wenigsten erzielten Treffern angereisten Oberhausener viel zu leicht wie „das Messer durch die Butter“ durch unser Mittelfeld und vors Tor. Das wirkte oftmals, als wäre die Zuordnung über den Haufen geworfen. Gewonnene Zweikämpfe waren die Ausnahme! Zum Glück trafen die Gästestürmer zunächst nur die Torumrandung; es waren aber einige brenzlige Situationen zu überstehen. Nach vorne ging bei den Alemannen eine Zeitlang überhaupt nichts; Bälle wurden zu leicht verloren; vieles blieb Stückwerk.

DIE TORFOLGE:

1:0 [9.] Renato Bestvina und Simon Hartmann „basteln“ an einem Eckball herum; der Ball kommt zu Marcel Worgt und dessen Flachschuss saust aus gut 20 Metern flach ins lange Eck... super!

2:0 [31.] Schneller Konter; Felix Höckh treibt den Ball auf dem rechten Flügel, spielt Philipp Sinn frei und dessen Zuspiel verwandelt Adriano Garro.

3:0 [43.] Forechecking von Renato Bestvina; beim zweiten Mal nimmt er seinem Gegenspieler den Ball ab. Pass in die Gasse... wenn Adriano Garro den Nachbrenner einschaltet, kommt keiner hinterher. Schuss ins linke Toreck.

3:1 [48.] Scharf und hoch kommt die Freistoßflanke von Raphael Schweitzer von rechts in den Strafraum. „Matze“ Aufschläger steigt hoch... und höher... und verlängert den Ball unhaltbar in den Torwinkel... Kopf hoch... solche Sachen passieren halt!

3:2 [50.] Dominik Weinlein trifft den abtropfenden Ball aus 18 Metern perfekt: Der mit unverschämten Kapriolen tanzende Flatterball ist für Martin Hausch nicht zu fassen.

4:2 [64.] Eigentlich kam der Eckball von Renato Bestvina viel zu flach in den Fünfmeterraum. Die Gästeabwehr verpasst und Philipp Ocker drückt ein.

5:2 [71.] Felix Höckh fängt einen Einwurf ab; Philipp Sinn schickt Adriano Garro hart an der Grenze zum Abseits und der schlenzt mit dem Außenrist am herausstürzenden Torwart vorbei ins lange Eck.

5:3 [82.] Damit hatte niemand gerechnet: Fast von der Torauslinie schmettert Nico Seene den Ball im kurzen Eck unters Tordach.

6:3 [84.] Das war ein Super-Tor: Die schnelle Kombination mit doppeltem Doppelpass über Sebastian Hartmann und Philipp Sinn schließt Adri Garro mit seinem vierten Treffer ab.

6:4 [90.] War das nötig? Unsere Abwehr stand erneut nicht gut zu Ball und Gegner und musste durch Kevin Stotz den vierten Gegentreffer per Heber in den Winkel hinnehmen.

BESONDERES VORKOMMNIS:

Gästespieler Timo Maurer konnte sich über eine vermeintliche Abseitssituation nicht mehr beruhigen. Nach Gelb für ein Foulspiel sah er dann nochmals den Karton (Gelb/Rot)  fürs „Maulen“ (77.).

Zwei, drei Freistöße in Strafraumnähe nutzte Oberhausen in der Anfangsphase nicht; Martin Hausch konnte den oft flatternden Ball einige Male nur mit den Fäusten parieren. Einen brandgefährlichen Aufsetzer lenkte er gerade noch ab und beförderte auch den Nachschuss bravourös über die Querlatte.

Als dann ein Gästeabwehrspieler die scharfe Flanke von Simon Hartmann an den Pfosten des eigenen Kastens ballerte (28.), war dies der Weckruf zu gefährlichen Wilferdinger Angriffen. Zunächst traf Adriano Garro ebenfalls den Pfosten (29.) und zwei Minuten zum 2:0. Bis ihm Tor Nummer drei kurz vor der Pause gelang, hatten die Gäste aber eine Reihe gefährlicher Angriffe gestartet. Marcel Worgt rettete in höchster Not; dann traf Gästestürmer Dominik Weinlein den Außenpfosten und Oberhausens Spielertrainer Jörg Bühler den Innenpfosten am langen Eck, von dem der Ball parallel zur Torlinie auf der anderen Seite ins Aus trudelte... das war gehöriger Dusel!

Drei Tore Vorsprung... das muss doch reichen! Es gab aber keine Chance, die zweite Hälfte geruhsam zu bestreiten: Zunächst verlängerte Aufschläger einen Freistoß ins Torkreuz und zwei Minuten später war ein mit unverschämten Kapriolen tanzender Flatterball für unseren Torwart nicht zu halten.  Jetzt ging einigen sichtlich die „Muffe“; für Minuten war die ganze Mannschaft ein Hühnerhaufen. Bis nach einem gelungenen schnellen Konter ein Ruck zu verspüren war. Angriff auf Angriff rollte gegen das Gästetor; unsere schnellen Spitzen rissen ein ums andere Mal Lücken in die Oberhausener Abwehr. Allein, die „Hütte“ blieb wie vernagelt. Ein heilloses Gewurstel vor der Torlinie nach einem Freistoß  von Renato Bestvina brachte ebenso keinen Erfolg wie ein Konter über den glücklosen Philipp Sinn oder eine Torschuss-Flanke von Patrick Poslovski und auch Marcel Worgt versuchte sich vergebens mit einem Fernschuss. Nach dem 4:2 schwamm die Gsätedeckung immer mehr; zahlreiche (!) Konter teilweise in Überzahl wurden aber sträflich ausgelassen; Adriano Garro erzielte endlich Treffer Nummer fünf.

In Unterzahl und nach Gelb/Rot für einen Abwehrspieler kamen die Gäste zwischenzeitlich so gehörig unter Druck, dass sie neben einem weiteren Gegentreffer noch locker vier, fünf, sechs weitere Einschüsse hätten einstecken können... ja müssen! Sie steckten in ihren Offensivbemühungen aber nie auf und konnten mit zwei überraschenden Aktionen gegen eine bisweilen nachlässige FCA-Abwehr die Niederlage noch erträglich gestalten.                        Wolfgang Farr

AUFSTELLUNG ALEMANNIA WILFERDINGEN

Martin Hausch – Felix Höckh, Mathias Aufschläger [55. Jens Bauer], Philipp Ocker, Patrick Poslovski – Marcel Worgt, Simon Hartmann [61. Johannes Schäfer], Renato Bestvina [74. Sebastian Hartmann],  Christian Eiffler – Adriano Garro, Philipp Sinn

AUFSTELLUNG SPVGG OBERHAUSEN

Fabian Leber – Dominik Böckli [34. Nico Seene],  Timo Maurer, Kevin Stotz, Jörg Bühler, Dominik Weinlein [60. Mischa Metz], Simon Koch, Markus Schattauer, Patrick Müller, Nikolaus Baumann (46. Raphael Schweitzer), Daniel Marzoll

SCHIEDSRICHTER

Björn Schumann (Tauberbischofsheim) mit seinen Assistenten Bastian Süveges und Özhan Oguz hatten die Partie mit lockerer Hand und Übersicht sehr gut im Griff.

Zitat:

Jörg Bühler, Oberhausens Spielertrainer:

„Es ist wie verhext... da schießen wir die gesamte Runde kaum mal Tore... dann machen wir gleich vier, bekommen aber sechs!“

Konzeption, Gestaltung und Umsetzung:
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