30. Mai 2010
Trotz aussichtsloser Lage ließ sich keiner hängen
FC Östringen – Alemannia Wilferdingen 4:1 (2:0)
Landesliga Mittelbaden – 34. Spieltag – Samstag, 29. Mai 2010Die Fans haben ihre Mannschaft auch in einer nahezu aussichtslosen Situation beim letzten Saisonspiel in Östringen nicht im Stich gelassen – eine große Kolonie hatte den weiten Weg auf sich genommen und die Mannschaft unterstützt! Dafür ein herzliches Dankeschön! Es hing letztendlich von zu vielen unbeeinflussbaren Faktoren ab, um doch noch den Relegationsplatz zu ergattern... dass es nicht gereicht hat, lag mit Sicherheit nicht an diesem letzten Spiel, denn zahlreiche Matchbälle gegen direkte Konkurrenten konnten in den Spielen zuvor nicht genutzt werden. Schade einerseits... aber auf der anderen Seite darf man sich jetzt wieder auf die Lokalderbys freuen... Singen, Ersingen, Dietlingen, Eisingen usw.
DIE TORFOLGE:1:0 [4.] Absolutes Glückstor: Eigentlich wollte Andreas Ament aus halblinker Position im Strafraum wohl eine Flanke schlagen. Weil er den Ball aber nicht richtig traf, schlug dieser überraschend einen tückischen Bogen ins lange Eck.
2:0 [35.] Eine Kette ungenügender Abwehrleistungen: Gleich mehrmals hatte man die Chance, endgültig zu klären: Warum wird da nicht mal einfach der Ball weggedroschen? So kommt Martin Bruckert überraschend an den Ball und jagt ihn vom Fünfmetereck hoch ins Netz.
3:0 [49.] Der FCA belagert den verriegelten Strafraum des Gegners, kommt aber nicht zum Abschluss. Der Befreiungsschlag der Östringer kommt zum eigenen Mann kurz hinter der Mittelinie, der schlägt einen feinen Pass gegen eine offene FCA-Abwehr; Musa Jammeh vollstreckt.
4:0 [67.] Gleich drei Wilferdinger Abwehrspieler steigen dicht beieinander gegen eine Linksflanke hoch; einer köpft den anderen an. Der Ball prallt zu Paolo Sangricoli und der hat aus kurzer Entfernung keine Mühe.
4:1 [75.] Schneller Spielzug; Renato Bestvina schickt Adriano Garro in die Gasse und der wird vom Torwart „umgenietet“... Elfmeter. Und den setzt Adri sicher ins Netz.
BESONDERES VORKOMMNIS:Abwehrchef Philipp Ocker musste ein frisches Trikot anziehen; freie Sicht auf seinen Waschbrettbauch; sein Gegenspieler hatte es ihm bei einem Eckball für den FCA total zerrissen. Elfmeterpfiff? Der blieb ebenso aus wie in der Schlussviertelstunde, als Patrick Poslovski bei seinem Slalomlauf fünf Gegenspieler stehengelassen hatte und dann zu Boden gerissen wurde.
Auch dieses Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison: Der engagiert und spritzig zu Werke gehende Gegner war zwar besser, aber bei den Gegentoren wurde wiederum mehr oder weniger Hilfestellung geleistet nach „Marke unnötig wie ein Kropf“. Die Östringer hatten in ihrer Stadionzeitung die Torbilanz der Alemannen als Kuriosum vorgestellt: in der Rangliste bei den torgefährlichsten Mannschaft der Liga ganz vorne... aber hinten... und wussten dadurch genau, wo sie den Hebel ansetzten mussten und machten Druck.
Im ersten Durchgang spielte der FCA gefällig mit, musste aber oftmals in den Rückwärtsgang, weil man einfach viel zu leicht den Ball wieder verlor. Dazu nötigten die schnellen Angriffe der schnellen, technisch und spielerisch starken Gastgeber höchste Aufmerksamkeit ab. Weil diese auch ihre bekannt gefährlichen Standards im Angebot hatten, hieß es immer auf der Hut zu sein.
Kurz nach der frühen Führung des FCÖ hatte Reno Bestvina eine Riesenchance, scheiterte aber am starken Goalie der Gastgeber (8.). Nach verteiltem Feldspiel brachte eine Eckballserie nichts ein; mit mehreren Freistößen dicht am Strafraum scheiterte man ebenfalls. Trotz ständiger Östringer Offensivbemühungen und ihrer starken spielerischen Präsenz fiel der zweite Treffer doch überraschend. Unsere Mannschaft konnte erst gegen Ende der ersten Hälfte wieder gefährliche Akzente setzen, aber da zeigte sich die FCÖ-Abwehr kompromisslos auf der Hut oder scheiterte man mehrmals am bockstarken Torwart.
Wer darauf gehofft hatte, dass man das Spiel nach der Pause vielleicht noch herumreißen könnte, sah sich bald auf dem Holzweg. Zwar hatte Adri Garro per Kopfball die Chance zum Anschlusstreffer, doch schon im Gegenzug „war der Käse endgültig gegessen“. Jetzt ging es gegen bisweilen wie entfesselt angreifenden Gastgeber nur noch um Schadensbegrenzung; da taten sich doch einige Lücken auf. Erst nach dem vierten Treffer befreiten sich unsere Jungs dauerhaft und zeigten einige schöne Ballstafetten und Angriffe. Letztendlich fehlte aber in einigen Szene doch Selbstvertrauen und der letzte Wille, so dass die Östringer immer noch einen Fuß dazwischen bringen konnten.
Ein Kompliment an die Mannschaft: Man ließ sich trotz der aussichtslose Lage bis zum Schluss nicht hängen und zeigte Einsatz. Wolfgang Farr
AUFSTELLUNG ALEMANNIA WILFERDINGENMartin Hausch – Felix Höckh, Mathias Aufschläger [67. Jens Bauer], Philipp Ocker, Johannes Schäfer [60. Simon Hartmann] – Patrick Poslovski, Sebastian Hartmann, Marcel Worgt, Christian Eiffler [67. Kevin Wacker], Renato Bestvina, Adriano Garro
AUFSTELLUNG FC ÖSTRINGENJohannes Hufnagel – Tobias Heim, Marcel Klotz, Florian Klotz, Marcus Kölmel, Dominik Muhr [60. Nikola Grgic], René Lahr, Tim Laier, Martin Bruckert, Andreas Ament [61. Paolo Sangricoli], Musa Jammeh
SCHIEDSRICHTERCarsten Reinhardt [Tauberischofsheim] hatte mit seinen beiden Assistenten Jonas Weimert und Manuel Maag die Partie bis auf wenige strittige Situationen (bes. Vorkommnisse) sicher im Griff;
Zitat:
Papa Harald Worgt mit bedröppelter Miene:
„Wenn i donei guck, wie mir widder unsere Gegedor kriegt henn... en alle viere ware mer mitbetailigt... do muss mer jo verliere!“



