29. August 2010
Bei klarem Erfolg noch zahlreiche Chancen liegengelassen
Alemannia Wilferdingen – FC Unterreichenbach 5:1 (2:1)
An diese Szenen wie in der ersten Halbzeit oder auch schon in Eisingen wird man sich in dieser Spielzeit in den allermeisten Spielen gewöhnen müssen.
Der Gegner ist auf Schadensbegrenzung aus, zieht sich bei Wilferdinger Ballbesitz schnell hinter die Mittellinie zurück und lauert auf Konter. Da ist Geduld gefragt, anstatt im Hurra-Stil nach vorne zu preschen und die Abwehr zu entblößen. Denn wie es gehen kann, hat Unterreichenbach gezeigt: Einmal nach vorne kommen und schon liegt die Kugel nach einem abgefälschten Distanzschuss im Wilferdinger Kasten. Deshalb liebe Leute auf den Zuschauerrängen: Nicht gleich ungeduldig werden und etwas abwarten!
Die Torfolge:
1:0 (8.) Beim Eckball hatte Viktor Schwab den am Elfmeterpunkt startenden Philipp Ocker festgehalten. Der nur wenige Meter daneben postierte Schiedsrichter pfiff sofort Elfmeter... und den verwandelte Adriano Garro bombensicher.
1:1 (30.) Nach einem abgewehrten Freistoß nimmt Volker Stock die Kugel direkt und hat Glück, dass sein Schuss aus gut 25 Metern durch die Vollversammlung im Strafraum noch abgefälscht wird
2:1 (32.) Marcel Worgt zieht einen Freistoß an den Fünfmeterraum, wo Adriano Garro mit Unterstützung seines Gegenspielers den Ball ins kurze Eck drückt.
3:1 (53.) Felix Höckh fängt den Abschlag des Torhüters ab; sein Zuspiel verlängert Adriano Garro sofort auf Christian Steinmetz und der ist mit Ball schneller als sein Gegenspieler und schlenzt die Kugel am Torwart vorbei ins lange Eck.
4:1 (74.) Die Gästeabwehr wähnt sich in Sicherheit und spielt sich in der Mitte ihrer Hälfte den Ball zu. Adriano Garro spritzt dazwischen, schüttelt zwei Abwehrspieler ab und schießt ins linke Toreck.
5:1 (88.) Den Freistoß von Marcel Worgt kann der ansonsten stark haltende Torwart Christian Rapp zwar mit den Fäusten parieren, Nico Poslovski läuft aber in den abgewehrten Ball und drückt ein.
Besonderes Vorkommnis:
Der Unterreichenbacher Marcus Bungarz war „etwas spät dran“ und erwischte den schnelleren Nico Poslovski in Höhe der Mittellinie - Schiedsrichter Markus Bender zückte sofort die rote Karte (85.).
Es war nicht einfach für unsere Mannschaft, den Spagat zwischen „mit sicheren Angriffen den Erfolg suchen, aber nicht ausgekontert werden“. Dabei lief es mit dem schnellen Führungstreffer (8.) optimal; und schon kurz nach Anpfiff hätte Christian Steinmetz eigentlich schon die Führung verbuchen können, war nach seinem Ausrutscher kurz vor der Torlinie chancenlos. Mit einem vorzüglich getretenen Freistoß von Manuel Römer über die Mauer deuteten die Nagoldtäler aber an, dass man wachsam sein musste. Zum Glück prallte das Spielgerät vom Innenpfosten wieder ins Feld zurück; Torwart Martin Hausch wäre da zu spät gekommen.
Die Gäste zielten bei einem weiteren Angriff mit einem Fernschuss hoch über den Kasten und dann kamen sie doch noch bei einem ihrer wenigen ernsthaften Vorstöße zum unverhofften Ausgleich (30.). Die wegen zahlreicher Ausfälle umgekrempelte FCA-Innenverteidigung wurde ansonsten vor keine allzu großen Probleme gestellt. Davor und danach waren aber zahlreiche Großchancen der Alemannen zu notieren. Philipp Ocker köpfte einen Freistoß nur knapp am Tordreieck vorbei (16.); Christian Steinmetz wurde gerade noch abgeblockt (23.) und dann boten sich Simon Hartmann, Adriano Garro und Chris Steinmetz nacheinander Einschussmöglichkeiten (28.). Eine Minute nach dem 2:1 scheiterte Marcel Worgt am glänzend reagierenden Gästegoalie und auch der zum Manndecker umfunktionierte Christian Eiffler hätte sich mit seinem Kopfball in die Torschützenliste eintragen können (36.).
Den zweiten Durchgang begann der FCA in Erwartung Unterreichenbacher Angriffe doch sehr verhalten, was die Gäste naturgemäß zu keckerem Auftreten ermunterte. Ein Glück, dass sich ein FCU-Angreifer den Ball nochmals vorlegte, anstatt gleich abzuziehen. So wurde er in den spitzen Winkel abgedrängt und konnte keinen Flurschaden anrichten.
Das war der Weckruf für zahlreiche Offensivaktionen der Alemannen, die jetzt auch mehr Raum bekamen und sich Chance um Chance herausarbeiten konnten. Der glücklose Simon Hartmann ballerte aussichtsreich übers Tor und auch ein Heber von Chris Steinmetz flog knapp über den Querbalken. Simon Hartmann hatte erneut Pech mit einem Lupfer aus 25 Metern über den zu weit vor dem Tor stehenden Keeper der Gäste und auch der Knaller seines Bruders Sebastian flog knapp vorbei. Trotz des klaren Spielstandes ließen die körperlich starken Unterreichenbacher kämpferisch nicht nach, so dass bis zum Schlusspfiff ein Spiel mit intensiven Zweikämpfen ablief, bei dem eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der ersten Begegnung zu registrieren war. Wolfgang Farr
Aufstellung FC Alemannia Wilferdingen:
Martin Hausch – Felix Höckh, Philipp Ocker, Christian Eiffler, Patrick Poslovski – Marcel Worgt, Christian Zimmermann, Simon Hartmann (80. Nico Poslovski), Christian Steinmetz, Philipp Sinn (58. Sebastian Hartmann) – Adriano Garro; Kevin Wacker, Jochen Martinkowitsch
Aufstellung 1. FC Unterreichenbach
Christian Rapp – Viktor Schwab (46. Jens Volle), Raphael Cruz (41. Marcus Bungarz), Marcel Schaible (76. Patrick Schuster), Volker Stock, Marco Wurster, Pascal Faisst, Manuel Römer, Jonas Schaufelberger, Fabian Lipinski, Tobias Pfrommer
Schiedsrichter: Markus Bender (Hoffenheim) mit den Assistenten Oliver Neuberger und Marc Heiker.



